Die Fähigkeiten von einem Therapiehunde- Team sind.
Für Menschen die psychisch leiden, ist der Hund ein wundervoller
Tröster, der die Menschen nimmt wie sie sind. Das Eis kann für den
Hundehalter besser gebrochen werden, wenn ein 4 beiniger Begleiter
anwesend ist.
Für Menschen die in der Motorik eingeschränkt sind, können wieder
lernen durch den Hund wie man seine eingeschränkten Hände sanft über
ihn fährt, um ihn zu streicheln. Auch ist es für viele Menschen eine
freudvolle Therapiestunde wenn ein Hund anwesend ist, die Motivation
kann viel grösser sein wenn man das weiche Hundefell berührt und
streichelt.
Bei Gedächtnisverlust wie z.B. Alzheimer kann man mit einem Hund viel
bewirken. Durch den Hund kommen wieder Erinnerungen hoch. Beim mit
helfen von Kunststücken erlernen müssen sich die Patienten wieder
lernen sich zu erinnern und kommen einen Moment in die Gegenwart zurück.
Für Kinder ist ein Therapiehund da um Ängste abzubauen und auch um
Kinder den Umgang mit Hunden wie Rücksichtnahme auf ein Lebewesen das
Selbstbewusstsein zu stärken.
Einmal pro Woche gehe ich am Mittwochnachmittag für ca. 1 ½
Stunden mit meinem Hund Robin ins Alterswohnheim.
Dabei gibt es einen wechselnden Turnus. In den geraden
Wochen besuchen wir die Bewohner der Einzelzimmer. Diese Pensionäre leiden oft
an Depressionen und möchten sich nicht mehr ausserhalb ihrer Zimmer aufhalten. Für sie ist unser Besuch eine wichtige und
willkommene Abwechslung. Es ist immer wieder bewegend, wie die Begegnung mit
Robin, diese Menschen für kurze Momente aus ihrer trübsinnigen Stimmung befreien
kann.
In den ungeraden Wochen widmen wir uns den aktiven Bewohnern
wie zum Beispiel der Strickgruppe. Wir besuchen auch den Aufenthaltsraum der Pflegebedürftigen
und je nach Situation noch ein Zimmer eines Bewohners, dessen Verfassung sehr
schlecht ist.
Immer wieder versetzt es mich in Staunen, mit wie viel
Geduld Robin all die Streicheleien, Liebkosungen und die unterschiedlichen
Berührungen über sich ergehen lässt.
Eindrückliche Erlebnisse von unseren Einsätzen im
Altersheim
Bei Frau Müller war es Liebe auf den ersten Blick zwischen
Robin und ihr. Jeden Mittwochnachmittag wartet sie schon sehnsüchtig in ihrem
Zimmer auf unseren Besuch. Die Hundkekse für Robin sind immer griffbereit. Frau Müller lebt sehr zurückgezogen und verbringt die Tage meistens alleine in
ihrem Zimmer. Kaum sind Robin und ich bei ihr, blüht sie richtig auf. Wir
lachen viel zusammen und Robin wird nach Strich und Faden verwöhnt. Geduldig
lässt er Frau Müllers Umarmungen und Liebkosungen über sich ergehen. Dafür
bekommt er dann auch immer eine extra Portion von Frau Erzingers Leckerlis.
Beim Ehepaar Huber,als Frau Huber noch lebte, bewohnte das Ehepaar ein
Doppelzimmer. Vor ihrem Umzug ins Altersheim hatten sie einen Deutscher
Schäferhund. Dyk spielte eine zentrale Rolle im Leben der Hubers. Stundenlange
Spatziergänge zu dritt gehörten zur Tagesordnung. So war es auch nicht weiter
verwunderlich, dass Dyk das Hauptgesprächsthema bei unseren Besuchen war.
Ausführlich schwelgten sie in den Erinnerungen an ihre Spaziergänge um den
Zugersee.
Obwohl Frau Huber durch ihre Krankheit sehr geschwächt und
auf den Rollstuhl angewiesen war, liess sie keinen Mittwochnachmittagsbesuch
von Robin und mir aus. Wie bei Frau Müller wurden wir auch von ihr
sehnsüchtig erwartet. Bei Frau Huber kam Robin immer an erster Stelle. Robin
begrüsste sie immer zuerst und sass vor ihrem Rollstuhl oder legte sich vor
ihre Füsse. Er muss wohl gespürt haben, dass Herr Huber Mühe hatte, ihn zu
akzeptieren. Robin war halt kein Schäferhund wie Dyk. So musste ich Robin immer
zusätzlich motivieren, auch Herrn Huber zu begrüssen.Umso überraschter war ich eines Tages, als Robin anlässlich
unseres Besuches, direkt auf Herrn Huber zusteuerte, ihn begrüsste und sich
neben ihn hinsetzte.
Ich fragte Herrn Huber, wie es ihm gehe und da erzählte er
mir, dass seine Frau ins Spital gebracht wurde. Obwohl Herr Huber sehr unter
der Situation seiner im Rollstuhl sitzenden Frau litt, vermisste er sie
schmerzlich.
Als Frau Huber dann zwei Wochen später starb,
verschlechterte sich der psychische Zustand von Herrn Huber noch mehr. Umso
schöner ist es, dass Robin und er sich richtig miteinander angefreundet haben.
Robins Besuch und Begrüssung können jeweils sogar ein kleines, zufriedenes
Lächeln auf Herrn Hubers Gesicht zaubern.
Schon seit zwei Jahren wohnt Frau Iseli im Altersheim.
Der Umzug in die neue Umgebung macht ihr immer noch zu schaffen. Bevor sie
umzog hatte sie mehrere Hunde. Sie vermisst ihre Vierbeiner sehr, die sie so
viele Jahre lang begleitet haben.
Durch den Verlust ihrer Tiere, verlor sie auch ein grosses
Stück Lebensfreude. Sie wurde depressiv. Man trifft sie nur noch in ihrem
Zimmer an, dass sie auch nur noch zu den einzelnen Mahlzeiten verlässt.
Vom Pflegepersonal wird Frau Iseli als unzufriedene und schwierige
Person beschrieben. Robin und ich hatten das grosse Glück, die andere, fröhliche
und zufriedene Frau Iseli kennen zu lernen.
Wir werden jeden Mittwoch freudig erwarten. Die
Spezialleckerlis für Robin, Hunde-Schoko-Drops liegen bereit. Das waren auch
die Lieblingsgoodies von Frau Iselis’ Hunden. Bei meinem letzten Besuch erteilte
sie mir den Auftrag, unbedingt welche für sie zu besorgen. Die Suche war nicht
ganz einfach aber zur grossen Freude von Frau Iseli, wurde ich fündig.
Wenn sie von früher erzählt von ihrer Familie, ihren
geliebten Hunden und anderen Erlebnisse, leuchten ihre Augen und sie lächelt
immer wieder. Diese Erfahrung zeigt mir einmal mehr, dass ein Hund so
etwas wie eine „Eisbrecherfunktion“ hat. Er nimmt die Menschen wie sie sind und
macht keine Unterschiede ob ein Mensch als schwierig oder unkompliziert und
fröhlich gilt.
Die Kommunikation mit Frau Kägi ist nicht ganz einfach.
Sie hört sehr schlecht und auch sprechen kann sie kaum noch. Wir verständigen
uns deshalb nur mit Hilfe unserer Körpersprache. Da auch ihre Mobilität stark eingeschränkt
ist, sitzt immer auf ihrem Bett und klopft auf den Bettrand um an zu deuten,
dass Robin sich neben sie legen soll. Meistens kann ich nicht schnell genug das
Tuch auf dem Bett ausbreiten, auf das Robin sich dann hinlegen darf. Kaum ist
er dann bei ihr, wird er innigst umarm, gedrückt, gestreichelt und mit ihm gekuschelt.
Frau Kägi strahlt dann immer übers ganze Gesicht und ist überglücklich. Man
spürt, dass Robin ihr die Zärtlichkeit und Wärme geben kann, die sie sonst
nicht mehr bekommen kann aber so sehr braucht.
Der Einsatz bei Frau Kägi dauert, sehr zu ihrem Bedauern,
nie länger als fünf bis zehn Minuten. Für Robin wäre es viel zu anstrengend,
länger auf dem Bett liegen zu müssen und diese intensiven Liebkosungen über
sich ergehen zu lassen.
Voll freudiger Erwartung sitzen die Alterheimbewohnerinnen
und –bewohner jeden Mittwochnachmittag gemütlich beisammen und erwarten uns. Jeder will Robin zuerst begrüssen und streicheln. Ganz brav und folgsam gibt er
sein Pfötchen. Das hat sich so wie eine Art Begrüssungsritual mittlerweile
eingebürgert. Ganz zu Beginn unserer wöchentlichen Besuche gab es
natürlich auch Seniorinnen und Senioren die Angst vor Robin hatten und ganz und
gar nicht darauf erpicht waren, ihn an zufassen oder seine dargebotene Pfote zu
nehmen.
Mit der Zeit lernten sie aber, dass von Robin keine
Bedrohung ausging, dass er ein ganz ruhiger und liebevoller Zeitgenosse ist und
legten ihre Scheu ab. Zaghafte erste Kontakte mit vorsichtigem Streicheln
fanden statt.
Besonders freut mich jeweils die Reaktion einer Frau im
Rollstuhl. Sie leidet an Alzheimer im fortgeschrittenen Stadium. Robin setzt
sich dann neben ihren Rollstuhl und leckt vorsichtig ihre Hand. Diese Berührung
holt die Frau für einen kurzen Moment in die Gegenwart zurück und sie dankt es
Robin mit einem kurzen, glücklichen Lächeln. All die geschilderten und ähnliche Erlebnisse erfüllen mich
jedes Mal mit dem Gefühl, für diese Menschen etwas Gutes, etwas Besonderes oder
eine Freude getan zu haben. Sie motivieren mich auch immer wieder so freue ich
mich auf jeden weiteren Mittwochnachmittag, auch wenn diese mitunter sehr
anstrengend sein können.
Die Ziele und Förderung der Kinder mit den Therapiehunden:
* Der Patient kann mitunter bei der Begegnung mit einem Hund soziale Kontakte aufbauen und Gefühle ausdrücken.
* Die Verbalkommunikation kann verbessert werden (bei Sprachstörungen, Gehörlosigkeit, Sprachbarrieren).
* Die sozialen Fähigkeiten steigen deutlich an (Poresky und Goodman (1989)).
* Die Bereitschaft zunächst mit dem Tier und nachfolgend mit anwesenden
Menschen zu interagieren nimmt spürbar zu (Poresky und Goodman (1989)).
* Dialogaufbau über Blickkontakt entwickelt sich.
* Entwicklung von gestischen Zeichen, Lächeln, anderen Ausdrücken von Gefühlsinhalten, Laute und sogar verbale Sprachausdrücke.
* Die Hunde vermitteln ihnen Geborgenheit und Halt.
* Entwicklung / Aufbau von körperlicher Nähe aushalten, nach gewisser
Zeit Suche nach direktem Körperkontakt mit dem angenehm weichen Fell.
* Das Spiel und die Kognition werden gefördert.
* Der ausgebildete Therapiehund kann als Mittler / Medium verwendet
werden, da Hunde oft Wege der Verständigung mit einer Person finden,
die uns Menschen verborgen bleibt.
* Kognition: Handlungsplanung, Sprache, Spiel
* Selbstvertrauen,
* Verbalkommunikation,
* Soziale Kontakte , Gefühle ausdrücken, Nähe zulassen,
* Interaktion steigern, Dialogaufbau über Blickkontakt,
* Hunde fördern die Beziehungsgestaltung,
* Hunde fördern die wachsende Empfindsamkeit,
* Freude an taktiler Stimulation durch den Hund,
* Freude an gemeinsamer Interaktion.
Dieser Junge hatte am Beginn unserer Therapie eine solche Angst vor Robin, kaum bewegte er sich, rannte er weg oder versteckte sich hinter uns. Wir mussten wirklich sehr langsam und geschickt vorgehen, in dem wir mit einer Hundebrürste versuchten den ersten Kontakt zwischen den beiden aufzubauen. Wenn der Junge Robin mit der Bürste berührt ist dies schon mal mal ein sehr entschiedener Schritt für den Angstabbau, er berührt zwar Robin nicht direkt aber ist schon mal näher an ihm. So ging es Schritt für Schritt bis wir den Striegel weglassen konnten. Interesannt zu beobachten war auch, wie sich der Knabe zwar immer näher an Robin heran wagte, aber innerlich einen grossen Kampf mit sich hatte, für das Laien Auge sah es so aus, als ob er zuckte, als die Hand fast bei Robin zwar zog er sie sehr schnell zurück.
Als weitere Schritten folgen, mit Robin spielen, sei es mit einem Ball. Für die ganz Mutigen sogar, den Ball direkt aus Robins Maul zu nehmen oder auch, ein Suchspiel mit dem Hund und als Krönung mit Robin an der Leine zu laufen.
Wenn man mit den Kindern zusammen arbeitet kann man von Stunde zu Stunde erleben wie schnell sie Fortschritte machen und Robin in ihr Herz schliessen, kaum stelle ich den Rucksack ab stürmen sie schon auf uns zu, am liebsten Spielen sie mit dem Ball oder geben Robin was zu fressen, ist doch klar, ist da Robin immer voller Begeisterung dabei.
Obwohl, die Kinder auch mal laut oder unsanft sein können, zeigt Robin eine engelshafte Geduld, ruhig bleibt er bei ihnen bis sie sich beruhigt haben, stupst auch mal mit der Nase wenn sie zu Grob sind.